Wilhelm Lachnit (* 1899, † 1962)

Biografie:

1899 Gittersee bei Dresden - 1962 Dresden
1906 Übersiedlung nach Dresden, Besuch der Volkshochschule
1914-1918 Lehre als Schriftmaler und Lackierer
1918-1920 als Dekorationsmaler tätig,
Besuch der Abendaktkurse an der Dresdner Kunstgewerbeschule  bei Richard Guhr und Richard Mebert ,
Studien im  Atelier und im Freien unter Anleitung Georg Oehmes
1919 Mitglied der "Dresdner Sezession-Gruppe 1919"
1921-1923 Studium an der Akademie für Bildende Künste, Dresden, Bereich Malerei und Grafik , bei Richard Dreher
Meisterschüler bei Richard Dreher
1922 Bekanntschaft mit Otto Dix, Otto Griebel, Conrad Felixmüller, Eugen Hoffmann, Eric Johannson und Curt Großpietsch
Intensives Naturstudium, Beschäftigung mit der Technik der Radierung, Darstellung Dresdner Vororte
1923 Abschluss an der Hochschule, seitdem freischaffend in Dresden tätig
1924 Mitglied der "Roten Gruppe";
Mitglied der Gesellschaft der Freunde des neuen Russland
1925 Eintritt in die KPD, Mitbegründer der "Neuen Gruppe", mit Hans Grundig, Fritz Skade und Otto Griebel
1926 Erwerb des Gemäldes "Mädchen mit Pelz " , Gemäldegalerie Dresden,
 weitere Ankäufe durch das Kupferstichkabinett Dresden und das Stadtmuseum;
erste Begegnung mit Fritz Löffler;
Austritt aus der "Dresdner Sezession-Gruppe1919", gemeinsam mit Hans Grundig, Otto Griebel, Wilhelm Rudolph, Fritz Skade u. a., gegen den bürgerlichen Kunstbetrieb
1927 gehört Wilhelm Lachnit zu den Erstunterzeichnern einer Protestresolution gegen die von Heinrich Vogeler geschaffenen Barkenhoff-Fresken
1928 Mitglied im " Künstlerkomitee für Volksentscheid gegen Panzerkreuzerbau"
1928 Ablehnung seiner Professur an der Dresdner Akademie 
1929 Mitbegründer der Dresdner Ortsgruppe der " Association Revolutionärer Bildender Künstler" (ASSO);
Reise nach Nordafrika über Südfrankreich und Italien
1930 Mitbegründer der Dresdner Gruppe "Aktion"
1931 Teilnahme an der Reichskonferenz der ARBKD, als Delegierter der Dresdner ASSO in Berlin, (Umbenennung in BRBKD)
1932 Mitglied der Sezession 1932
1933 Beschlagnahmung von vier Zeichnungen  des Künstlers; Inhaftierung
Nach seiner Entlassung stand er untere Aufsicht der Gestapo und erhielt eine Arbeitsbeschränkung;
Tätigkeit als Ausstellungs- und Messegestalter
1945 wurde zum Volkssturm eingezogen;
Zerstörung des größten Teils seiner Werke;
Rückkehr nach Kriegsende
1947-1954 Professur für Malerei an der HfBK Dresden, aktive Lehrtätigkeit bis 1953
1953 Ablehnung seiner  Werke für die Dritte Deutsche Kunstausstellung
seit 1954  freischaffend in Dresden tätig
1955 Öffentliche Kritik und wiederauflebende Formalismusdebatte
1956  Reise nach Italien zusammen mit Karl Kröner ;
Besuch der Biennale in Venedig
1960  so genannten Bedrohungsbilder entstehen, nach seinem ersten Herzinfarkt Kuraufenthalt in Bad Elster, danach Beginn mit seiner Arbeit an dem Zyklus "Quelle"
1961 Aufenthalt in Berlin, Arbeit in den Werkstätten des Monbijoupark, Berlin, große finanzielle Not
1962 Krankenhausaufenthalt  nach seinem zweiten Herzinfarkt, nach seinem drittem Herzinfarkt stirbt Wilhelm Lachnit.

 Ausstellung in der KUNSTAUSSTELLUNG  KÜHL:

1937 "...vielseitige Schau neuerer Arbeiten..." , gleichzeitig wurden japanische Holzschnitte gezeigt  (1780-1850)
1950 "Sommerausstellung", Gemeinschaftsausstellung mit Hans Jüchser, Erich Gerlach, Ernst Hassebrauk, Josef Hegenbarth, Erhard Hippold, Johannes Kühl, Paul Wilhelm, Fritz Winkler
1952 Ausstellung mit Hans von Breek und Elsboth Lenne
1956 Ausstellung seiner neuen Arbeiten, gemeinsam mit Prof. Wilhelm Lachnit und Prof. Ernst Hassebrauk
1965 Ausstellung zusammen mit Sophie Rade und Elisabeth Ahnert
1974 Ausstellung seiner Gemälde Aquarelle und Zeichnungen
1979 Malerei - Grafik, Ausstellung zusammen mit Pol Cassel, Hans Lillig und Curt Querner
2001 Wilhelm  Lachnit - Werke  aus  dem  Zyklus "Quelle" 
          Max  Lachnit - zum  100.Geburtstag
          Hilde  Rakebrand - zum  100.Geburtstag / Kabinettstücke 
         (Eröffnung:  Dr. Hans-Ulrich  Lehmann, Kupferstich-Kabinett  Dresden)
2008  Wilhelm Lachnit (1899 – 1962) -  Max Lachnit (1900-1972)  -   Hilde Rakebrand (1901 – 1991) 
2009    85 Jahre -  Jubiläumsausstellung der Galerie Kunstausstellung Kühl, TEIL I, ausgewählte Werke  

Aktuelle  Ausstellung vom 13.06. – 31.07.2010

BETTINA MORAS (geb. 1975)  - malerei
PETER HOFMANN
(geb. 1978) - malerei  und Graphikzyklus zu "der Mantel" von GOGOl
Sonderschau   Wilhelm Lachnit (1899-1962)
Gemälde  I  Arbeiten auf Papier                 

Ausstellungen (Auswahl):

1924 Beteiligung an der Ersten Allgemeine Deutschen Kunstausstellung in Moskau, Leningrad und Saratow
1926 Beteiligung an der Ersten Internationalen Kunstausstellung Dresden
1926 Ausstellungsbeteiligung   "Das junge Dresden", in Zwickau und anderen deutschen Städten sowie der Kunsthandlung Gurlitt Berlin
1927 Ausstellungsbeteiligung an einer Kollektion deutscher Kunst, Paris
1928 Ausstellungsbeteiligung an der Deutschen Kunstausstellung, Düsseldorf, an einer Wanderrausstellung durch amerikanische Städte
1929 Ausstellungsbeteiligung "Die Neue Sachlichkeit", Amsterdam;
1930 Ausstellungsbeteiligung "Sozialistische Kunst. Heute", Amsterdam
1932 Ausstellungsbeteiligung an der ersten Ausstellung auf der Brühlschen Terrasse
1946 Allgemeine Deutsche Kunstausstellung Dresden
1958 Beteiligung an der Vierten Deutschen Kunstausstellung  Dresden1960 Museum am Anger, Erfurt
1960 Wilhelm Lachnit. Gemälde, Zeichnungen, Grafik, Museum am Anger, Erfurt
1961 Galerie Wort und Werk, Leipzig
1965 Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Albertinum
1967 Leonhardi-Museum, Dresden
1977 Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstichkabinett Dresden
1979 Staatliche Museen zu Berlin
1989 Galerie der Hochschule für Bildende Künste
1990 Akademie der Künste der DDR, Berlin Marstall
1996 Galerie Finkbein, Gotha

Seine Arbeiten befinden sich im Besitz von:

Akademie der Künste, Berlin
Deutsches Historisches Museum, Berlin
Eremitage, St. Petersburg / RUS
Lindenau Museum, Altenburg
Museum Junge Kunst, Frankfurt/Oder
Muzeum Sztuki in Lodz
Staatliche Kunstsammlungen Dresden

aus Rezensionen (Auswahl):

„Mit Bill (Wilhelm) Lachnit starb ein Künstler, der bei aller Weichheit seiner Natur unerbittlich seinen künstlerischen Erkenntnissen folgte, ein Mensch voller Güte, Trauer und Humor.
Sein Werk, so lange nur einem kleinen Kreis von Freunden bekannt, wird als eine bedeutende Aussage ein Zeugnis dieser Zeit bleiben.“
Fritz Löffler: Erinnerung an Wilhelm Lachnit. In: Künstler in Dresden im 20. Jahrhundert. Literarische Porträts. Hrsg.: Wulf Kirsten und Hans-Peter Lühr. Dresden 2005.

Presse (Auswahl):

Literatur (Auswahl):

Katalog Wilhelm Lachnit. 1899-1962. Gemälde. Dresden 2000. Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Gemäldegalerie Neue Meister. Autorin Gabriele Werner.
Der Katalog ist in der Kunstausstellung Kühl erhältlich. (14,90 €)

Künstler in Dresden im 20. Jahrhundert. Literarische Porträts. Hrsg. Wulf Kirsten und Hans - Peter Lühr. Verlag der Kunst Dresden. Dresden 2005.
Publikation ab Galerie 24,95 €.

Dresden. Vision einer Stadt. Fritz Löffler. Hrsg. Ingrid Wenzkat. Hellerau-Verlag Dresden. Dresden 1995.
Publikation ab Galerie 24,50 €.

 

 

« zurück

Lachnit, Wilhelm. Stillleben mit Eule. um 1954. Mischtechnik/ Hartfaser. Nachlaßbestätigung. 80 x 100 cm.
Lachnit, Wilhelm. Sich frisierender Halbakt, undat. Aquatinta, Nachlaßstempel. Platte 32 x 24,5 cm. Blatt 50 x 37,8 cm.
Wilhelm Lachnit. o. T. (Am Strand) um 1955, Gouache, Wachsstifte. Nachlaßstempel. 20 x 28 cm
Lachnit, Wilhelm. Männlicher Akt und tanzender weiblicher Akt, 1930/40. Öl/ Hartfaser ( Lasurtechnik), Nachlassstempel. 50 x 41 cm.