Künstlerbegegnungen

07.11.2013 – 18.01.2013

»Lob der Schöpfung!« könnte der Titel dieser Werkschau auch lauten. Zumeist kleinen Dingen unseres alltäglichen Lebens ist mit Gefühl und Sinn für Schönheit und mit Herz, qualitativ Größe verliehen worden. Aus den verschiedensten Materialien und mit Vorliebe zum dekorativen Element entstand unter der Hand der vier vorgestellten Künstler eine Fülle an Phantasie und ausgebreiteter Lebenswärme, die den Betrachter in eine kostbare Welt eintreten lassen.

Die Werke der an der Dresdner Kunstgewerbeakademie ausgebildeten Künstlerin Elisabeth Ahnert wurden erstmals 1937 bei Kühl ausgestellt. Ab 1930 entstehen u. a. auch mittels Applikationen »traumhafte Märchengärten, beseelte Visionen«, zauberhafte Stillleben und Landschaften in volkstümlicher, scheinbar naiver Art, »während Albert Wigand bei aller Sensibilität gern Konstruktives einfließen ließ…« (Käthe Ehrlich, Sächs. Tageblatt 24.8.1968)

Die Applikationen der  Malerin und Grafikerin Anneliese Kühl stellen sowohl das Geheimnisvolle, Märchenhafte, wie auch das Abstrakt-Konstruktive dar. Von 1965 an unterstützt sie Johannes Kühl bei der Galeriearbeit und ist zugleich weiterhin künstlerisch tätig. Zahlreiche Briefe dokumentieren die Freundschaft zwischen den Galeristen und den Künstlern.

Durch »seine souveräne Bescheidenheit« galt Albert Wigand in Dresden als »moralische Autorität«, wie es Fritz Löffler einmal ausdrückte. 1931 begegnet er dem Galeristen Heinrich Kühl und dessen Sohn Johannes. Im Jahr 1939 werden erste Arbeiten in der Galerie gezeigt. Die Präsentationen seiner Werke in der Kunstausstellung Kühl ziehen sich wie ein roter Faden durch die Jahrzehnte.

Friederike Curling-Aust, seit 2005 mehrfach vorgestellt, liebt die Freude an spielerischem, verträumtem Tun, bei dem man ganz bei sich selbst ist. Als Studentin sucht sie Orientierung außerhalb des Dresdner Hochschulbetriebes und entdeckt Arbeiten Wigands im Kupferstichkabinett. Wigand wird ihr somit zur »kleinen Ikone«. Ihre handwerklich-künstlerische Vielseitigkeit überrascht stets aufs Neue; die Künstlerin entwickelt u. a. eine eigene Technik von Schablonendruck auf Papier. Auch die erzgebirgische Schnitzkunst führt sie auf ihre Art und Weise weiter. Ihr ist das kleine Weihnachtskabinett der Galerie gewidmet.

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Albert Wigand »Hagebutten« o. J. [1953 nicht im WVZ angegeben] Öl, auf Pappe, 27,5 x 25,5 cm, signiert, WVZ A-1949-58/ 26
Elisabeth Ahnert. o. T. Blumenvasen und Obstkörbchen o. J. Gouache, 31,5 x 24 cm
Anneliese Kühl. Taifun 2006 Applikation, verso signiert
Friederike Curling-Aust. Mutter mit Kindern 2013 Farbholzschnitt und Schablonendruck, Unikat