SMY + SMY - Kleines Muster - Große Landschaft

01.04.2007 – 19.05.2007

Im Motto der Ausstellung Kleines Muster - große Landschaft verbindet sich das Schaffen des Künstlerpaares Karola Smy und Wolfgang Smy.

Die Exposition zeugt von einer fruchtbaren Partnerschaft, von gegenseitiger Anregung und Beeinflussung, aber auch von zwei unterschiedlichen künstlerischen Welten und Sichtweisen.

Karola Smy thematisiert in ihrem Schaffen häufig das unschuldige Tier in einem zeitlos wirkenden Umfeld, in das bislang keine störende Menschenhand eingegriffen zu haben scheint. Sie schöpft nicht nur aus der europäischen Fauna, sondern ebenso aus der exotischen Tierwelt, der sie in den Zoologischen und Botanischen Gärten, im Museum oder auf fernen Reisen, wie nach Südafrika begegnet ist. Auf diese Weise mischen sich Ibisse, Marabus, Leguane, Giraffen, Löwen oder das Okapi unter die "Quohrener Kühe", gesellen sich Riesenheuschrecken zu ihren einheimischen Verwandten.

Die Handdrucke von Karola Smy sind sorgfältig ausgeführt und zeugen vom virtuosen Umgang mit der Linolschnitt- und der Linoldrucktechnik. Um die Mehrfarbendrucke herstellen zu können, nutzt die Künstlerin das Verfahren der "Verlorenen Form". Da der Druckstock dabei immer weiterbearbeitet wird, sind nur geringe Auflagen möglich. Neben den keramischen Arbeiten sind in der Ausstellung auch drei der Druckstöcke zu sehen, die Karola Smy zu eigenständigen Kunstwerken, farbigen Reliefs, weiterentwickelt hat.

Die umrissene, grafische Form auf farbigem Grund kennzeichnet die Arbeiten beider Künstler, die sich bewusst auf die Gestaltung der Fläche beschränken. Ihre besondere Neigung zum Grafischen, die sowohl in der Druckgrafik als auch in der Malerei zu beobachten ist, rührt möglicherweise von der Liebe des Künstlerpaares zu Leipzig als Stadt der Messe und des Buchdruckes. Während Karola Smy gebürtige Leipzigerin ist und zeitweise als Verlagsmitarbeiterin tätig war, studierte Wolfgang Smy u. a. an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

Sind bei Karola Smy die der Natur entlehnten Bildelemente locker arrangiert, ordnet und reiht Wolfgang Smy die getypte, gezeichnete Naturform. Im Unterschied zu seiner Frau thematisiert Wolfgang Smy den Menschen in seiner industriellen Umwelt. "Das große Stadtbad" (1986), das 1988 auf der X. Kunstausstellung der DDR gezeigt wurde und damals viel diskutiert war, kann als Schlüsselbild und Auftakt der expressiv-flächigen Gestaltungsweise gesehen werden, die Wolfgang Smy bis heute konsequent weiterentwickelt hat. Smy ist von technischen Erscheinungen und industriellen Prozessen fasziniert und gleichsam beunruhigt. Er verarbeitet Impulse der Pop-Art, des Comic und der Graffiti- Kunst, die sich mit Eindrücken der modernen Architektur und westlichen Konsumwelt verbinden. Den zeichengewordenen Mensch fügt er in ein großes Ordnungssystem ein, mit dem er "ein Gefühl von Behaust sein ... schaffen [möchte], damit Schönheit entsteht". (Wolfgang Smy)

In der aktuellen Ausstellung präsentiert der Künstler Plastik, Objekte, Druckgrafik und Malerei.

Auszug aus der Eröffnungsrede vom 1. 4. 2007 von Simone Simpson, Kunstwissenschaftlerin

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Smy, Wolfgang. Nachtmusik. 2007. Linoldruck - koloriert. Unikat. 78,4 x 106,3 cm.
Smy, Karola. Hochzeit. 2002. Linoldruck. 2/11. 48,8 x 63,4 cm
Smy, Wolfgang. Telefonierer. 1990. Acryl auf Leinen. 70 x 62,5cm
Smy, Karola. Schlafender Kater. 2001. Linolschnitt auf Bütten, mit Ölfarbe gedruckt. Blatt 11/15. 42 x 61cm.