"TÜR AN TÜR"

27.03.2014 – 17.05.2014

Mit der Exposition würdigte die Galerie KUNSTAUSSTELLUNG KÜHL im 90. Jahr ihres Bestehens das Schaffen zweier Künstler, die jahrzehntelang unter einem Dach wirkten: in dem Künstlerhaus Dresden. Anlässlich der Geburtstage der befreundeten Künstler Veit Hofmann zum 70., Hans Jüchsers zum 120. , begegnete man diesen beiden prägenden Handschriften erstmalig Raum an Raum, „Tür an Tür“ in einer Galerie.
Hans Jüchser (1894-1977), Vertreter der Dresdner Malschule und der so genannten „Verlorenen Generation“, wird von der KUNSTAUSSTELLUNG KÜHL seit 1937 kontinuierlich gezeigt. Die Zusammenarbeit mit dem experimentierfreudigen und technisch versierten Maler und Grafiker Veit Hofmann besteht seit den 70er Jahren.
Mit der beachtlichen Anzahl von 13 Gemälden gab diese Ausstellung einen Einblick in die kostbaren Bildwelten Hans Jüchsers. In zwei der ausgestellten, seltenen frühen Gemälde, klingt eines der Themen an, welches ihn zeitlebens begleiten wird: die Figur. Nach den verlorenen Jahren des Krieges und der Gefangenschaft kehrt er zurück und findet unerschöpfliche Kraft für Neues. Neben biblischen Themen, wie „Gesicht des Jesaja“ 1954 Öl auf Leinwand, sind Landschaften, zu denen vorzugsweise sein geliebtes „Wachwitz“ zählt, Porträts, wie „Helga Schütze“ und Stillleben in feinster Malkultur, bei Kühl versammelt. Frühe Radierungen, seine typischen Holzschnitte und duftige Aquarelle erweitern diese sehenswerte Schau.
Veit Hofmann, im Künstlerhaus geboren, schaute bereits als Heranwachsender aufmerksam zu Altmeistern wie Glöckner, den Brüdern Lachnit und zu Jüchser. Von 1967-1972 studierte er bei Kettner und Kunze an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
Bei Kühl waren über 20 Gemälde – Inspirationen seiner anregenden Reiseerlebnisse in Brasilien zu sehen. Mit spielerischer Leichtigkeit und großer Sicherheit für Form, Farbe und Symbolik entstanden kraftvolle Landschafts -, Tier- und Pflanzenformationen, die mit den Materialdrucken auf Papier eine überraschende Ergänzung finden. „Erlebtes, Geschautes und Gelesenes verweben sich bei ihm zu sehnsuchtsvollen Lyrismen, die aus der Fülle des Gegenständlichen und Figürlichen eine Fabel in Bildern dichten.“, so Klaus Hammer 2003 in seinem Text „Ekstatiker der Farbe. Der Dresdner Nicht-nur-Maler und –Grafiker Veit Hofmann“, Künstler in Dresden im 20. Jahrhundert, Verlag der Kunst Dresden.

« Übersicht | « frühere | spätere »

Veit Hofmann. Ambiente-brasilianisch. 2012. Öl. Leinwand
Jüchser, Hans. „Bildnis Helga Schütze, mit chinesischem Fächer und chinesischem Brokatkleid“, 1957, Öl/Leinwand, signiert, verso bez., 92 x 80 cm
Hans Jüchser. Die Note. 1965. Öl/ Malpappe, signiert 57 x 42 cm
Veit Hofmann. Natur-pur. 2013. Öl auf Leinwand. 101 x 101 cm