85 JAHRE Galerie KUNSTAUSSTELLUNG KÜHL - Jubiläumsausstellung I Teil I

05.04.2009 – 30.05.2009

Liebe Kunstfreunde, vor 85 Jahren wagte Heinrich Kühl den Sprung in die Wogen des Kunstbetriebes, um das Ufer einer selbstständigen Existenz als Galerist zu erreichen. Ist das »Leben von der Kunst« zwar zu allererst den Produzenten vorbehalten, so hat sich die Rolle des Kunsthändlers dennoch als unverzichtbar erwiesen.
Im Blick auf die zurückliegenden Jahre des Bestehens unserer Galerie – in Zeiten extrem unterschiedlicher politischer und wirtschaftlicher Umgebungsbedingungen – wird rasch deutlich, dass wechselnden Strömungen und Windrichtungen eine klare Kursorientierung gegenüberstehen musste, um das »Schiff der Galerie« von Untiefen und Klippen fernzuhalten und immer wieder sichere Ankerplätze gültiger Kunst zu erreichen. Es erfüllt mich mit Freude, den Fokus anhand exemplarischer Auswahl auf wichtige Stationen zu lenken, die den Weg der Kunstausstellung Kühl mitbestimmten und ihm Richtung gaben. Dabei ist es ganz natürlich, dass nicht mehr jede Bucht angesteuert werden kann – die Reihe wäre zu lang – oder aber der Hafen ist nicht mehr erreichbar.
In der Jubiläumsausstellung – Teil 1 – widmen wir uns deshalb vor allem jenen Künstlern, die das Profil unserer Galerie in diesem Sinne mit prägten und maßgeblichen Anteil an der Kunstgeschichtsschreibung haben. Sie alle können nur noch in ihren Werken weiter leben. Es sind die Generationen vereint, mit denen Heinrich Kühl begonnen und in der Nachfolge sein Sohn Johannes weiter gearbeitet hat. Der Gründer eröffnet sein Programm in den zwanziger Jahren mit Karl Schmidt-Rottluff, Georg Kolbe, Oskar Kokoschka, Bernhard Kretzschmar, Wilhelm Rudolph, Eugen Hoffmann, Christian Rohlfs, Wilhelm Lehmbruck, Caspar David Friedrich, Hans Grundig, El Lissitzky, Piet Mondrian, Ernst Barlach, Emil Nolde und Carl Hofer, ab 1930 mit Erich Heckel, ab1931 mit Hans Hartung, Konrad Felixmüller, Otto Mueller u.w.
Eine über Jahrzehnte rege Ausstellungstätigkeit gilt – um einige wichtige Beispiele zu nennen – ab den 20er Jahren Hermann Glöckner, für den Heinrich Kühl der erste Dresdner Kunsthändler war, Josef Hegenbarth, Otto Dix, Hans Theo Richter, ab den 30er Jahren sind es Elisabeth Ahnert, Käthe Kollwitz, Wilhelm Lachnit, Hans Jüchser, Carl Lohse, Curt Querner, Lea Langer-Grundig, Erhard Hippold, Johannes Beutner, in den 40er Jahren kommen Pol Cassel, Willy Wolff, Erich Gerlach, Helmut Schmidt-Kirstein, Hans Christoph, Ernst Hassebrauk hinzu, in den 50ern gilt die Aufmerksamkeit Max Lachnit, der seine Maltätigkeit beginnt, Hans Körnig, Albert Wigand. Ab 1966 werden Arbeiten von Friedrich Press und Annemarie Balden-Wolff vorgestellt. Mit Werken von Siegfried Klotz (1939–2004) leiten wir den Übergang zur Jubiläumsausstellung Teil 2 am Jahresende ein. Er verkörpert mit seiner Auffassung von Malerei die sogenannte »Dresdner Malschule«, die er als Dozent der Kunsthochschule lehrte, verteidigte und vor allem selbst praktizierte. Die Bedeutung seines Schaffens wächst in zunehmenden Maße über das Regionale hinaus.

Für das Zustandekommen unserer umfangreichen Präsentation sei
den Nachlassverwaltern und privaten Sammlern herzlich gedankt.
Sophia-Therese Schmidt-Kühl
Dresden, im März 2009

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Lohse, Carl. Knabe im rot karierten Hemd. 50er Jahre. Öl/ Hartfaser. Nachlaßstempel. 80 x 60 cm
Jüchser, Hans. Blühende Malven. 1931. Öl auf Leinwand. signiert. verso bezeichnet. (verkauft)
Blick in die Jubiläumsausstellung der Kunstausstellung Kühl mit Werken von Hermann Glöckner, Karl Schmidt - Rottluff und Edmund Kesting.
Querner, Curt. Bildnis Thomas Schuster. 1974, Aquarell , sign. u. dat. (verkauft)