Über unsere Galerie

Philosophie 

Mit guter Kunst zu leben, sollte für den anspruchsvollen, kenntnisreichen Sammler wie für den interessierten Laien möglich sein. Gute Kunst hat auch unterhalb der oftmals fragwürdig entwickelten Marktpreise einen hohen Stellenwert für die Lebensqualität. Wir sorgen für kulturelle Wertevermittlung mit dem entsprechenden Angebot: niedrig preisige Grafiken bis zum werthaltigen Kunstobjekt - sowohl als Liebhaberstück wie als Wertanlage - sind in unserer Galerie und in unserem Shop erhältlich.

Über die Begriffe "Kunst" und deren "Qualität" läßt sich Heute trefflich streiten. Der Begriff ist dehn- und auslegbar geworden wie noch nie zuvor in der Kunstgeschichte. In einer Zeit, in der von Können entkoppelte Kunst akzeptiert wird und den Markt überschwemmt, sehen wir uns als Galerie besonders in der Verantwortung, mit eigenem Gespür für Qualitätskriterien einen anregenden Beitrag zur Dresdner Kulturlandschaft im Kontext zu nationaler und internationaler Kunst zu leisten. Überzeugen Sie sich selbst!

Profil

Die Kunstausstellung Kühl widmet sich seit ihrer Gründung 1924 vorwiegend der zeitgenössischen Kunst. Unter "zeitgenössich" verstehen wir nicht die Kunst der vom Alter her eingegrenzten Künstler - in der Regel bis 30 Jahre - sondern von Denjenigen, die Heute leben. Wir arrangieren das zeitgenössische Miteinander von 3 Generationen und finden dies nicht nur sozialer sondern auch bereichernder. Als Besonderheit unserer Galerie dürfen wir außerdem auch weiterhin Werke von Künstlern anbieten, mit denen wir einst zusammen arbeiteten, die jedoch bereits verstorben sind. Das Bestreben des langjährig bestehenden Unternehmens aufgrund des Netzwerkes liegt nahe, mit regelmäßig wechselnden Personal - und Guppenpräsentationen von bildender Kunst des Expressionismus über Realismus und Neue Sachlichkeit der 20/30er Jahre, über das Schaffen der Nachkriegszeit bis zur Entdeckung von gegenwärtigen eigenständigen Positionen die größeren Zusammenhänge der Kunstgeschichte aufzuzeigen. Regionale Kunst kann hier in Relation zur gesamtdeutschen und internationalen Kunstentwicklung wahrgenommen werden.

Wandel und Beständigkeit

1924 - 1965


Als wichtiges Forum für Moderne Kunst gelten neben der KUNSTAUSSTELLUNG KÜHL die Galerie Ernst Arnold, der Kunstsalon Emil Richter und die Galerie Neue Kunst Fides mit den Schwerpunkten in der Dresdner Kunst sowie der Kunst der Avantgarde.  

Zwischen 1933 und 1945 unterstützt Heinrich Kühl besonders die vom Mal- und Ausstellungsverbot zur Zeit des Nationalsozialismus Betroffenen (wie Otto Dix, Karl Hofer, Käthe Kollwitz etc.).

Über die Galerie unter Heinrich Kühl ab 1924

1965 - 1994

Das von den offiziellen Vorgaben des Sozialistischen Realismus abweichende Ausstellungsangebot gilt als nationaler und internationaler Geheimtipp.

Die Kunstausstellung Kühl ist die einzige Privatgalerie, die nach der Zeit der DDR über die Wendezeit 1989 weitergeführt wird.

Über die Galerie unter Johannes Kühl ab 1965

ab November 1994

 

 

 

 

Im Fokus steht die Klassische Dresdner Malschule in Korrespondenz zu nationalen und internationalen Positionen.

Die traditionelle Galerie behauptet sich mit vorwiegend zeitgenössischen, regionalen Besonderheiten.

Über die Galerie unter Sophia-Th. Schmidt-Kühl ab Nov. 1994

Chronik unter der Leitung von:

Heinrich Kühl

Johannes Kühl

Sophia-Th. Schmidt-Kühl

Nachdem in der Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung 1946 in Dresden noch Künstler aus Ost und West mit ihren Werken nebeneinandergestanden hatten, war nach der Gründung der DDR im Jahre 1949 die Trennung endgültig vollzogen. Die Formalismusdebatte in den fünfziger Jahren erhärtete den Standpunkt der sowjetischen Kulturoffiziere in Berlin und Dresden im Sinne einer sozialistisch-realistischen Kunst nach dem Vorbild der Sowjetunion.

Traditionellen privaten Kunsthandel gab es nach 1945 so gut wie nicht mehr. Eine Ausnahme bildete die Kunstausstellung Kühl in Dresden, die Werke von Malern, Grafikern und Bildhauern an fast alle bedeutenden musealen und an private Sammlungen vermittelte und verkaufte. Es galt Lücken zu schließen, vor allem mit Werken des Expressionismus, die durch die NS-Aktion „Entartete Kunst“ und durch Kriegsverluste entstanden waren. Aber auch Gegenwartskunst in ihren qualitätsvollen und unter den besonderen Bedingungen der im Osten herrschenden Kunstpolitik entstandenen Werken gehörte dazu.

Westdeutsche, sowie europäische Kunst, blieb den Künstlern in der DDR, vor allem nach dem Bau der Mauer 1961, weitgehend verschlossen, sofern sie sich nicht auf inoffiziellen Wegen Zugang zu Büchern und Katalogen zu verschaffen wussten. Diese begehrten, nach 1949 vor allem der abstrakten Kunstrichtung in der BRD geltenden Informationen gaben den Künstlern in der DDR – soweit sie hier Eingang fanden – wertvolle Impulse, sich an Positionen der Weltkunst zu orientieren.

So haben Künstler aus Dresden und anderen Kunstzentren wie Ost-Berlin, Leipzig, Karl-Marx-Stadt und Halle, die nicht den Weg der Ausreise suchten, sich der doktrinären, staatlich verordneten sozialistisch-realistischen Kunst nur entziehen können, wenn sie sich in die Sphäre des privaten Schaffens zurückzogen.

Das bedeutete Ausschluss aus dem offiziellen Kunstgeschehen, gesteuert vom staatlichen Kunsthandel, Verzicht auf Ankäufe und Ausstellungen. In solchen Fällen konnte die Kunstausstellung Kühl in ihrer relativ eigenständigen Position Ermunterung zum eigenen Weg und Unterstützung durch vermittelte Verkäufe geben.

Bei der Bewertung des Kunstschaffens im Osten Deutschlands bis zum Jahre 1989, ist es unerlässlich, eine deutliche Trennung der beiden Begriffe „Kunst der DDR“ – der Kunst der angepassten, staatstragenden Künstler, sowie der „Kunst in der DDR“ – der Kunst all derer, die unangepasst ihrem eigenen Weg treu geblieben waren, vorzunehmen.

So zeigen sich nach 1989 künstlerische Positionen des Ostens im gesamtdeutschen Kontext als bislang unterschätzt und erfahren Wertschätzung und Anerkennung auf dem internationalen Kunstmarkt.

Damit ist der „Eiserne Vorhang“ überwunden, dem „eisigen Wind“ einer weltweiten Konkurrenz allerdings kann kein Künstler und kein Kunsthandel entgehen.

Die Kunstausstellung Kühl hat sich dieser neuen Situation gestellt und den Blick vor allem auf die junge Kunst gerichtet, hervorgegangen aus den Kunsthochschulen in Dresden, Berlin, Leipzig und Halle, sowie aus den Altbundesländern und internationalen Kunstpositionen.  Neben den Werken avantgardistischer Kunst gehört nach wie vor die traditionelle Kunst des 20. Jahrhunderts zu ihrem Ausstellungs-programm.

Dr. Gabriele Werner, Kunsthistorikerin

als Zitierweise empfohlen 

In der Stadt Dresden - die seit dem Auftritt der Künstlergruppe „Brücke" als eine der wichtigen Zentren der Moderne in der deutschen Kunstgeschichte gilt - entwickelte sich die KUNSTAUSSTELLUNG KÜHL zu einer bedeutsamen Kunst–Institution. Dies begründet sich insbesondere in der unbeirrten und gezielten Unterstützung und Zusammenarbeit mit verfemten und unliebsamen Künstlern während des Nationalsozialismus und der DDR.

Im Osten Deutschlands ist dieses Unternehmen die älteste Privatgalerie, in Gesamtdeutschland gehört sie zu den am längsten bestehenden. Seit ihrer Gründung 1924 während der Weimarer Republik über die Herrschaft der Nationalsozialisten, den Nachkriegsjahren, der DDR und darüber hinaus gilt der ununterbrochene  Einsatz, Kunst auf hohem Niveau unabhängig von politischen Kulturdoktrin und oberflächigen Modeströmungen anzubieten.

Qualitätsanspruch und Beharrlichkeit haben der Galerie einen wichtigen Platz in der sächsischen Galerienlandschaft und internationale Anerkennung gesichert. Zu DDR-Zeiten galt die zurück gezogen arbeitende Galerie als nationaler und internationaler "Geheimtipp".

Das Engagement der Galeristen – heute in dritter Generation – gilt weiterhin dem Entdecken innovativer junger Handschriften, dem Fördern etablierter Künstler und dem Bewahren öffentlichen Bewußtseins über bereits verstorbene Maler, Grafiker und Bildhauer durch entsprechende Ausstellungen. Dabei steht insbesondere die Klassische Dresdner Malschule und deren Weiterführung im Focus der Galerie.

Zumeist sind es Künstler, die im Laufe ihres Schaffens Berührungspunkte mit Dresden und damit einen Bezug zu Esprit und Genius der Stadt hatten oder haben.

Die KUNSTAUSSTELLUNG KÜHL lädt zu Vernissagen ein, zeigt parallel zu den laufenden Ausstellungen ein erweitertes Kunstangebot im Gewölbe-Souterain und berät Sie gern beim Erwerb eines Kunstwerkes.

Die Vorkriegszeit

Beim Bombenangriff am 13. Februar 1945 auf Dresden wurde die KUNSTAUSSTELLUNG KÜHL im Herzen der Altstadt und das Haus in der Neustadt, in der sich die private Mietwohnung des Unternehmensgründers Heinrich Kühl befand, vollständig vernichtet.

Im Laufe der Jahrzehnte konnte das Archiv mithilfe von Kunden und Kunsthistorikern durch übereignetete  Dokumente und wichtiger Hinweise wieder etwas wachsen. An dieser Stelle sei unser ausdrücklicher Dank gesagt und unser weiteres Interesse an Materialien benannt.

Die Nachkriegszeit

Das Archiv ab der Nachkriegszeit besteht aus äußerst fragmentarischen Dokumenten. Dies begründet sich u.a. darin, dass ein Privatunternehmen wie die KUNSTAUSSTELLUNG KÜHL, nicht verpflichtet ist, Unterlagen der Buchhaltung und Sonstiges über den staatlich vorgeschriebenen Zeitraum hinaus aufzubewahren.

Anfragen an unser Haus

Unser Haus erhält zahlreiche Anfragen von Kunsthistorikern nationaler und internationaler Museen, die v. a. Provenienzen der in unserer Galerie angekauften Kunstwerke während des Nationalsozialismus, aber auch während der DDR-Zeit betreffen.

Das private Galerie-Archiv ist tragischer Weise kaum aussagekräftig: konkrete Geschäftsverläufe und  Voreigentümer sind höchst selten rekonstruierbar. Zudem sind die Persönlichkeitsrechte zu wahren. 

Wir bedauern diesen Umstan sehr und bitten daher um Ihr Verständnis.